Bei den Menschen besteht im Geschäftsleben kaum noch eine Hemmschwelle und auch der Beratungsdiebstahl nimmt zu. Zwar ist es nichts Verbotenes, macht aber die Umsätze der Geschäfte teilweise kaputt.
Es ist zahlreichen Unternehmen nichts Neues, dass ein Kunde sein Geschäft betritt, um ein neues Produkt zu erwerben oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Natürlich lassen sich die Kunden dann erst einmal genauestens beraten, die Produkte vorführen und informieren sich über den Preis, Marken und Hersteller. Es ist auch nicht außergewöhnlich, dass Kunden vor dem Kauf noch eine Bedenkzeit haben möchten und der Kauf nicht sofort abgeschlossen wird. Unternehmen machen sich bis hier eigentlich kaum Gedanken, dass etwas nicht korrekt läuft, denn es ist das übliche Szenario.
Aber was der Kunde nach der Beratung im Fachhandel macht, ist für die Einzelhändler und Dienstleister schon ein schwerer Schlag, denn der Kunde kauft das Produkt oder sucht die gleiche Dienstleistung im Internet, denn hier sind die Preise oft günstiger. Dieses Vorgehen hat auch schon einen Namen bekommen: Beratungsdiebstahl. Im Grunde „klaut“ nämlich der Kunde das Wissen und die Zeit des Beraters, was aber keine Gegenleistung verlangt. Daher ist es auch nicht strafbar, aber bei den Unternehmen macht sich dieses Vorgehen bemerkbar und die Umsätze bleiben aus. Zahlreiche kleine Einzelhändler und auch Dienstleiter konnten ihr Geschäft wegen dieses Vorgehens nicht halten und mussten schließen.
Hierfür hat bislang ein Unternehmer nur eine Lösung gefunden: Er lässt sich die Beratung von einer halben Stunde jetzt mit 50 Euro vergüten. Denn er sieht einfach nicht ein, dass er sein Wissen Preis gibt und die Onlinehändler davon profitieren. Wenn der Kunde dann aber das Produkt auch bei diesem Unternehmen kauft, erstattet er die Beratungsgebühren und zieht diese vom Kaufpreis ab. Kaum ein Kunde kann dies verstehen und wird abgeschreckt, zu diesem Einzelhändler oder Dienstleister zu gehen, aber es ist in der heutigen Zeit kaum eine andere Lösung möglich.
Aber andersrum ist es fast genau das gleiche, denn dann informieren sich Kunden im Internet über Produkte und kaufen diese nicht über das Internet, sondern im Geschäft vor Ort. Hierfür gibt es auch Gründe, denn nicht alle Vertrauen auf den Kauf im Internet, auch wenn die Preise teilweise günstiger sind. Außerdem kann man bei Reklamationen sofort zum Händler gehen und hat hier entschiedene Vorteile: Es ist ein Ansprechpartner da, der direkt angesprochen werden kann. Beim Kauf im Internetshop ist dies nicht möglich und es ist oft schwierig, Probleme und Reklamationen mit dem Internethändler zu lösen.
Einige sehen den Kauf vor Ort auch persönlich als besser, denn dann kann ein Geschäft menschlicher und persönlicher abgewickelt werden.
Es ist also für Unternehmen noch nicht das Aus, wenn sich die Kunden beraten lassen und im Internet kaufen, denn es gibt immer wieder Menschen, die lieber vor Ort einkaufen und einen persönlichen Ansprechpartner haben möchten, wenn es einmal etwas zu Reklamieren gibt.

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